Agentur für Klimaschutz




 

Neubau

Die entscheidende Bewertungsgröße eines Gebäudes ist der Primärenergiebedarf in Kilowattstunden pro Quadratmeter pro Jahr (kWh / m² x a).

Dieser wird vom Energiebedarf für die Erzeugung von Heizwärme und Warmwasser sowie den Verlusten bei der Wärmeerzeugung, der Wärmeverteilung und der Energieerzeugung bestimmt.


Heizwärmeeinsparung beim Passivhaus:

Die Errichtung, Herstellung und der Ersterwerb von Neubauten wird von der KfW im Rahmen der sogenannten KfW-Effizienzhäuser gefördert. Die Zahl nach dem Begriff KfW-Effizienzhaus zeigt auf, welchen maximalen Energiebedarf das Gebäude gegenüber einem Standard-Neubau haben darf. Es gibt derzeit die KfW–Energiesparhäuser 70 und 55.

Ein KfW–Effizienzhaus 70 darf einen Jahresprimärenergiebedarf von höchstens 70% der zulässigen Höchstwerte gemäß EnEV 2007 nicht überschreiten. Bei einem KfW-Effizienzhaus 70 sind das 60 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr.

Ein KfW-Effizienzhaus 55 darf einen Jahresprimärenergiebedarf von höchstens 55% der zulässigen Höchstwerte gemäß EnEV 2007 nicht überschreiten. Bei einem KfW-Effizienzhaus 55 sind das 40 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr.

Niemand kann vorhersagen, wie stark die Energiekosten in den kommenden Jahren steigen werden. Sicher ist nur eines: die fossilen Energieträger werden zu einem knappen Gut, und dies bei steigender Nachfrage.


Passivhausstandard

Insofern erscheint es sinnvoll, den gesetzlichen Mindeststandard von 70 kWh zu unterschreiten, da nur geringe finanzielle Zusatzinvestitionen nötig sind, um den Passivhausstandard mit einem Primärenergieaufwand von insgesamt 40 kWh / m² x a zu erreichen.

Die hierdurch möglichen finanziellen Einsparpotentiale sind sehr groß und können bei einer Nutzungsdauer des Gebäudes von 50 Jahren bis zu 100.000 Euro betragen!

Der Primärenergieaufwand eines Passivhauses setzt sich zusammen aus dem Heizwärmebedarf (≤ 15 kWh / m² x a), dem Warmwasser-Wärmebedarf (15-20 kWh / m² x a) und dem Technikstrom (5 kWh / m² x a).

Ein Passivhaus zeichnet sich dadurch aus, dass es ohne zusätzliche fossile Heizung auskommen bzw. komplett mit Sonnenenergie beheizt werden kann.

Wichtige Bausteine sind eine kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und eine hervorragende Dämmung. Die kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage verhindert, dass im Winter die Wärme der Abluft ungenutzt nach außen entweicht. Die von außen angesaugte Zuluft wird gefiltert und mit der Wärme der Abluft erwärmt.

Null-Energiehaus / Plus-Energiehaus

Abgesehen vom Passivhaus mit seinem bereits sehr niedrigen Energieverbrauch gibt es Gebäude, die rein rechnerisch keine Energie verbrauchen (Null-Energiehaus) und Gebäude, die mehr Energie erzeugen, als sie benötigen (Plus-Energiehaus).